WAS KANNST DU TUN?

  


Du kannst neben der Pflanzung von Wild- und Kulturarten vieles tun, um zusätzlichen Lebensraum für Insekten zu schaffen oder zu erhalten. Bitte

 

  • verzichte auf Pflanzenschutzmittel (z.B. Neonikotinoide, Glyphosat).
  • schaffe Nisthilfen für Insekten (Strangfalzziegel, entrindetes Hartholz, abgestorbene Königskerzenstängel, hohle Pflanzenstängel, offene Bodenstellen etc.).
  • setze auf heimische Qualität und Vielfalt! Kaufe keine Saatmischungen aus asiatischer- oder lateinamerikanischer Produktion, da hier Samen von Neophyten enthalten sein können, welche unsere heimische Flora und Fauna bedrohen (z.B. Riesenbärenklau, Indisches Springkraut, Schmalblättriges Greiskraut, Beifuß-Ambrosie). Zusätzlich sind hybride Arten nicht förderlich für Insekten, da bei der Züchtung optische Aspekte im Vordergrund stehen.
  • verwende keine Blumenerde mit Torfanteil, da Torf ökologisch wertvollen Mooren entnommen wird, die schädliches CO² binden und ein einzigartiges ökologisches System darstellen, das vielen Pflanzen und Insekten Lebensraum bietet.

Warum sind Bienen, Hummeln und andere Nützlinge so wichtig für unser Öko- und Umweltsystem?
 
Das Zusammenspiel von Insekten bei Blumen, Bäumen und Kulturpflanzen für eine optimale Bestäubung ist existenziell. Die Vielfalt einer intakten Pflanzen- und Tierwelt ist eine wichtige Voraussetzung zur Erhaltung eines funktionsfähigen Naturhaushaltes, der Lebensgrundlage auch für die Menschen ist. Wichtige Aufgaben in dieser vielseitigen Wechselwirkung übernehmen sowohl die Honigbiene als auch die wildlebenden Bienenarten und andere Insekten sowie Nützlinge durch die Bestäubung, die bei vielen Pflanzenarten wichtige Voraussetzung für den Fruchtansatz ist. Der wiederum sichert den Vögeln und anderen Tieren eine vielseitige Nahrung. Die Landwirtschaft benötigt daher einen wirkungsvollen Fruchtansatz für sichere Erträge. Diese Leistungen werden auch als Ökosystemdienstleistungen bezeichnet, die die Natur kostenlos hervorbringt. Fallen diese Leistungen aus, müssen sie oft durch geeignete Maßnahmen teuer ersetzt werden. Zudem bereichert eine höhere Zahl an Insekten die Nahrungskette in einem Ökosystem.

So entspricht allein die jährliche Bestäubungsleistung von Bienen weltweit nach Aussage von Greenpeace ca. 256 Mrd. Dollar. Nach Aussage des Ministeriums für ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg wird der Wert der Bienenbestäubung für Deutschland mit jährlich ca. 2,5 Milliarden Euro angegeben. Fluginsekten tragen damit maßgeblich zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und eines funktionierenden Ökosystems bei. Wenn Pflanzen nicht bestäubt werden, fehlen Samen, Früchte und Beeren als Nahrungsgrundlage für viele Lebewesen. Durch das Insektensterben fehlt auch die Lebensgrundlage für viele Vögel, was in der zurückgehenden Population von Singvögel in den letzten Jahren zu beobachten ist. Eine interessanten Zusammenfassung zum Thema Bestäubung in der Landwirtschaft finden Sie  hier.

Was können Landwirte für die Insektenvielfalt tun?*
 
  • Schlecht zu mähende Ecken einer Wiese seltener mähen.
  • Löwenzahnwiesen erst nach der Hauptblüte mähen.
  • Gras mähen vor dem Bienenflug oder danach (vor 9:00 Uhr oder nach 18:00 Uhr).
  • Ertragsschwache Flächen mit dem Ziel eines arten- und blütenreichen Grünlandbestandes bewirtschaften.
  • Im Rahmen der Heckenpflege Saumstrukturen für Insekten schaffen und erhalten.
  • Streuobstwiesen pflegen und wo möglich neue Obstbäume pflanzen (z. B. am neuen Stall).
  • Blühende Feldraine erst kurz vor der Getreideernte mulchen. Pflanzenschutz-Spritzungen – wenn sinnvoll und möglich – erst abends nach dem Bienenflug durchführen.
  • Einen geringen Besatz an Beikräutern, wie Kornblume und Mohn, im Acker tolerieren.
  • Einen Teil des Ackerfutters durch reinen Klee (Greening) ersetzen und blühen lassen.
  • Stilllegungsflächen mit einer Wildblumenmischung für Bienen ansäen.
  • Direkt nach der Getreideernte eine „bunte“ Zwischenfrucht für Bienen anbauen.

Diese beispielhaften Maßnahmen verbessern die Lebensbedingungen und die Nahrungsversorgung von Bienen und Hummeln im Sommer. Sie können von Landwirten mit relativ wenig Aufwand umgesetzt werden und kommen allen zugute.

*Download PDF